Berichte

Flurgang (Bittprozession) in Rüdershausen

Im Jahr 2017 fiel der Flurgang in St. Andreas buchstäblich ins Wasser; Petrus hatte kurz vor Beginn von dem notwendigen Nass reichlich von oben gegeben. Alternativ hielten wir aber einen sehr schönen „Ernte-Bitt-Gottesdienst“ in unserem Gotteshaus. Am 17.05.2018 eröffnete Pfarrer Holst in unserer Kirche die diesjährige Bittprozession durch Feld und Flur. Jüngste „Pilgerin“ war Leni Jegerczyk (2 Jahre); ältester Teilnehmer war ein gewisser Pfarrer Holst (84 Jahre und fit wie ein Turnschuh). Nach Beschluss im KGR sind wir neue Wege gegangen: Kirche – Ellerweg – Sägewerk – Baumpark – Hagen – über Kapellenstraße zurück zur Kirche. Die dritte Station (Angelteiche) haben wir ausgelassen, aus Zeitgründen und wegen kalter Winde. Ja! Die Sonne lachte von oben herab, doch die Eisheiligen haben uns eiskalte Winde um die Ohren geblasen. Die Eisheiligen finden vom 11. Mai bis zum 15. Mai statt. Sie sind unter dem Namen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia von Rom bekannt. Da sich die alten Bauernregeln auf den Julianischen Kalender beziehen und sich seit der Gregorianischen Kalenderreform 1582 die Daten verschoben haben, finden heutzutage die Kälteeinbrüche um mehr als eine Woche nach hinten verschoben statt, also erst ab ungefähr dem 20. Mai. Die Namenstage der Heiligen sind aber dennoch auf ihren alten Platz im Kalender verblieben. Wer von den Heiligen uns die kalten Winde beschert hat, konnte auch Pfarrer Holst nicht sagen. Trotz der nicht linden Lüfte kann von einem gelungenen Flurgang berichtet werden. An der 1. Station hat die Gemeinde um den Segen für ihre Arbeit gebetet. An der 2. Station stand die Bitte um das tägliche Brot im Mittelpunkt der Anbetung. An der 4. Station lag allen der Frieden innerhalb der versammelten Gemeinde am Herzen.
HGB

Wallfahrtsmesse mit vielen Highlights

Die Wallfahrtsmesse in Rüdershausen war in diesem Jahr etwas ganz Besonderes. In einer gut gefüllten Kirche konnte Pfarrer Grabowski neben unserem Subsidiar Werner Holst noch weitere Gäste begrüßen: Pater Dr. Johannes Nebel aus dem Kloster Thalbach in Bregenz, sowie den MGV und das Ehepaar Gerhard und Helga Monecke, anlässlich ihrer diamantenen Hochzeit.
Zum Gloria ertönte unter Glockengeläut der kräftige Gesang „Die Himmel rühmen“ aus den Kehlen des MGV Rüdershausen, unter Leitung von Siegfried Schäfer. Es folgte die erste Lesung aus der Apostelgeschichte „Die Berufung des Matthias zum Apostel“ und eine zweite Lesung aus dem Johannesbrief „Wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm“; sowie ein Evangelium nach Johannes „Bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir“. Zwischen den einzelnen Abschnitten der Messe erklang immer wieder die kraftvolle, melodische Stimme des Kantors Hans-Georg Brehmer.
In der Predigt ging Pater Nebel auf das Thema „Jesus das Licht“ ein. Ostern ist die entscheidende Säule unseres Glaubens, unserer Hoffnung und unserer Liebe. Ostern fordert unseren Glauben heraus, dieses unerhörte Ereignis, genauso wie die Himmelfahrt Christi. Doch es treten Zeugen auf, an Himmelfahrt genauso wie an Ostern, die dieses Ereignis bestätigen. Um das Unglaubliche zu verkünden nahmen die Apostel sogar ihren eigenen Tod in Kauf, und die Kirche bezeugt es bis heute im Glaubensbekenntnis. Dann stellte er die provokante Frage in den Raum: „Merkt man das uns Christen an, was wir zu verkünden haben?“ Jesus ist das Beispiel für ein vorbildliches Leben, die zentrale Bedeutung unseres moralischen Wirkens.
Wir Christen sind gesandt, der Welt Jesus zu schenken. Dann wandte er sich an das Jubelpaar: „Bei Ihnen stand Gott in der Mitte Ihres Lebens, das Sie durch Ihre 60-jährige Treue bewiesen haben. Größeres und Hoffnungsvolleres kann es in dieser Welt nicht geben.“ Nun widmete sich Pfarrer Grabowski den Eheleuten Gerhard und Helga Monecke. Die Beiden reichten einander die rechten Hände und erneuerten ihr Treueversprechen, begleitet durch den Segen Gottes. Es folgten ein Dank- und Bittgebet des Priesters, ein Geschenk und die Glückwünsche der Pfarrei und des Weihbischofs Nikolaus Schwerdtfeger.
Im Verlauf des Gottesdienstes hatte der MGV Rüdershausen noch zwei weitere Auftritte. Er erfreute die Besucher mit den Vorträgen „Sonntag ist“ und „Santa Maria, ora pro nobis“. Am Ende der Messe überreichte Gerhard Schulze einen Spendenscheck in Höhe von 250€ an den Kirchort Rüdershausen. Für seine großzügige Geste gingen Applaus und Dank an den Verein. Schön, dass der MGV unseren Kirchort häufig so wohl wollend bedenkt. Zum Auszug ertönte das Fatima-Lied, bevor der feierliche Wallfahrtsgottesdienst nach einem kurzen Gebet, dem Te Deum und dem Lied „Freu dich, du Himmelskönigin“ vor dem Kindergarten seinen Abschluss fand. Bei der anschließenden Begegnung im Pfarrheim gab es noch einen regen Austausch unter den Gottesdienstteilnehmern.
M. Adam

Maialtar 2018 in St. Andreas

Orkan Friederike beschädigt Dach der Rüdershäuser Kirche

Als am 18. Januar 2018 der Orkan Friederike mit voller Wucht über die Mitte Deutschlands fegte, dachte niemand, dass die Schäden im Eichsfeld so heftig ausfallen würden. Auch unsere Pfarrei war betroffen, insbesondere die St. Andreas Kirche in Rüdershausen. Dank der Aufmerksamkeit von Silke Jegerczyk, die ihr Zuhause in der Nachbarschaft der Kirche hat, wurde der Schaden am Kirchendach bald entdeckt. Sie informierte umgehend ihren Mann Carsten, der sich zu diesem Zeitpunkt in Göttingen aufhielt. Sogleich brach er seine Arbeit ab und machte sich, gerade als der Sturm seinen Höhepunkt erreicht hatte, auf den Rückweg nach Rüdershausen. Der Kirchenvorsteher erkannte sofort die dramatische Lage. Ziegel flogen durch die Luft und landeten in 20m Entfernung zur Kirche, etwa 25 Quadratmeter Kirchendach waren abgedeckt. Sogleich sperrte er das Gelände weiträumig mit Flatterband ab, was zu diesem Zeitpunkt sehr schwierig und lebensgefährlich war, da ständig Ziegel und dicke Äste durch die Luft flogen. Später musste er noch fassungslos feststellen, dass einige Bewohner die Absperrungen ignorierten. Der Donnerstagabend-gottesdienst wurde abgesagt. Gleich am nächsten Tag übernahm der Dachdeckerfachbetrieb Jens Grobecker mit einer Hubbühne die Reparaturarbeiten. Das Kirchendach war an mehreren Stellen beschädigt und einige Ziegelreihen im Südbereich (Haupteingang) waren stark verschoben. Die Kosten belaufen sich auf etwa 7000 Euro, die jedoch von der Sturmschaden-versicherung der Pfarrei übernommen werden. Vielen Dank an Carsten Jegerczyk für seinen couragierten Einsatz.

Werner und Monika Arend verabschiedet
Neues Küsterteam für St. Andreas eingeführt

 

Am 14. Januar wurde das langjährige Küsterehepaar Monika und Werner Arend in einem feierlichen Gottesdienst aus seinem Amt entlassen. Gekonnt verwob Pfarrer Grabowski die liturgischen Texte mit den Aufgaben des Küsters. Er sprach Lob, Dank und höchste Anerkennung für so viele lange Jahre im Dienst der Kirchengemeinde St. Andreas aus. Dem konnte sich der Kirchengemeinderatsvorsitzende Hans-Georg Brehmer nur anschließen und überreichte ein Dankgeschenk an die Eheleute. Ein kräftiger Applaus der Kirchenbesucher schloss sich der Übergabe an und unterstrich die Würdigung .für die geleistete Arbeit. Schon im Herbst wurde beratschlagt und taxiert, wie es nun in Rüdershausen weitergehen sollte, war doch zunächst niemand bereit dieses umfangreiche Amt weiterzuführen. Nach zahlreichen Aufrufen in Gottesdiensten, Pfarrecho und Eichsfelder Tageblatt zeichnete sich nach einem langen Suchprozess eine Lösung ab. Es hatte sich ein Team gefunden, das gewillt war, gemeinsam hier einzusteigen. In einem ersten Treffen wurden die Aufgabengebiete abgesteckt. Es kristallisierten sich folgende Absprachen heraus: Barbara Kunzmann übernimmt die Schließdienste für die Kirche, die Versorgung von Opferstock, –kerzen und Ewigem Licht, sowie das Auffüllen von Weihwasser an den Türeingängen. Uwe Franke, Berndt Jendrysik und Frank Jegerczyk zeigen sich für die vielfältige Betreuung der Gottesdienste, für Beerdigungen, Trauungen, Taufen und Läutedienste, sowie für Schriftenstand, Schaukästen und das Abholen von Hostien aus dem Ursulinenkloster in Duderstadt verantwortlich. Monika Adam und Anneliese Schöttelndreier sind bereit, die Kirchenwäsche, d.h. das Reinigen der Altardecken, der Priester- und Messdienergewänder, sowie die Wäsche der Kelchtücher und Korporale zu übernehmen. Das Team wurde von Monika und Werner Arend in die neuen Aufgabengebiete eingewiesen. Die Regelungen gelten ab dem 1.1.18. Ein neuer Hausmeister wurde bislang noch nicht gefunden. Die Vermietung des Pfarrheims läuft jetzt über die beiden Reinigungsdamen Steffi Friedrich und Astrid Mecke.

35 Jahre im Dienst für St. Andreas Rüdershausen

Küsterehepaar Arend geht zum Jahresende in den Ruhestand Das Läuten der Glocken wurde in Rüdershausen seit langer Zeit immer mit zwei Personen in Verbindung gebracht: mit dem Küsterehepaar Monika und Werner Arend. Die jüngere und ältere Generation kennt niemand anderen in diesem Amt, und die älteren Einwohner müssen lange überlegen, wenn sie sagen sollen, wer diese Aufgaben vorher übernommen hatte. Diese Ära ist nun bald vorbei, denn die beiden haben zum 31.12. 2017 ihren Dienst aus gesundheitlichen Gründen gekündigt. Zunächst einmal gilt beiden höchste Anerkennung und ein vielfacher Dank für so viele Jahre der Pflichterfüllung, Treue und Zuverlässigkeit im Dienste des Kirchortes Rüdershausen. Wie hatte alles begonnen? Im Juli 1982 wurden beide von dem damaligen Hauptlehrer und Organisten Aloys Bernd angeworben. Ohne lange zu zögern sagte man zu. Was gehörte nun zu ihren vielfältigen Aufgaben? Hier ihre Antworten: • Jeden Morgen um 8 Uhr die Kirche aufschließen, abends gegen 18 Uhr wieder abschließen. • Eine halbe Stunde und 10 Minuten vor Gottesdienstbeginn die Glocken läuten, ebenso bei Evangelium und Wandlung. Auch an das tägliche 12-Uhr-Läuten, das Ausläuten eines Verstorbenen und das samstägliche Sonntageinläuten um 15 Uhr durfte nicht vergessen werden. Früher musste immer vor Ort geläutet werden, seit einiger Zeit geht es komfortabler mit der Fernbedienung. • Gottesdienste vorbereiten: Licht und Heizung einschalten, Kerzen anzünden, Messbücher herauslegen und aufschlagen, Messgewänder für Priester und Messdiener aus dem Schrank holen, beim Ankleiden helfen, Messgefäße und Kollektenkörbchen bereitstellen, Tabernakel aufschließen. • Gottesdienste nachbereiten: Messgewänder, Bücher und Gefäße zurückhängen, bzw. –stellen, Kerzen löschen, ggf. ausschneiden, Tabernakel abschließen, Licht und Heizung ausschalten, Kollekte im Pfarrbüro abgeben. • Opferkerzen an der Pieta auffüllen, für Nachschub sorgen. • Weihnachten: Krippe auf- und abbauen. • Fronleichnam: Baldachin und Fahnen bereitstellen und wieder zurückbringen, sonst wie beim Gottesdienst. • Beerdigungen: Läutedienst in der Kirche und Friedhofskapelle übernehmen, an Lautsprecher, Bücher, Weihwasser und Weihrauch denken, Priester und Messdiener einkleiden. • Taufen: Läutedienst, Taufgefäße bereitstellen, Taufbrunnen aufschließen. • Hochzeiten: Läutedienst, roten Teppich im Mittelgang auslegen, sonst wie beim Gottesdienst. • Schaukästen mit der Gottesdienstordnung und Hinweisen auf besondere Veranstaltungen bestücken. • Priester- und Messdienergewänder, Altardecken, Kelchtücher und diverse Kleinteile waschen und bügeln. • Altarleuchter, Weihrauchfass und Klingeln einmal jährlich polieren. • Kleine, handwerkliche Arbeiten und Reparaturdienste übernehmen, Glockenkundendienst informieren. • Glockenbodenreinigung In dieser langen Zeit waren die 10 Pfarrer Helmold, Küfer, Werner, Pochaba, Gedig, Schirmeisen, Blumenberg, Spicker, Sorge und Grabowski ihre Vorgesetzten und jeder hatte seine eigenen Wünsche und Vorstellungen. Außerdem war Monika Arend gemeinsam mit Sophie Arend etwa 40 Jahre lang in der Kirchenreinigung tätig, später hatte sie auch den Lektorendienst übernommen. In dieser Zeit begann Werner Arend zusätzlich einen 25-jährigen Kommunionhelfer- und einen 16-jährigen Kirchenvorsteherdienst. Während dieser jahrzehntelangen Schaffensperiode war die Kirche zu ihrem zweiten Zuhause geworden. Wer ist bereit, das Amt des Küsters zukünftig zu übernehmen?

Wegekreuze

Alte Symbole eines tiefen katholischen Glaubens Menschen, die in katholisch geprägten Landstrichen, wie dem Eichsfeld leben, können sofort einige christliche Symbole im Straßenbild ihres Wohnortes aufzählen. Häufig werden sie jedoch zu wenig wahrgenommen, weil sie mit dem Hintergrund zu verschmelzen scheinen. Zu Unrecht, haben die Stifter sie doch zu einem bestimmten Grund errichten lassen. Diese Kleinode zeugen alle vom Glauben und der Frömmigkeit vergangener Generationen. Denn nicht die Kirche, sondern Privatpersonen initiierten in der Regel diese Kleindenkmäler und oftmals investieren die Gemeinden auch heute noch einiges, um diese Gedenk-stätten zu erhalten. So auch in Rüdershausen immer wieder geschehen. Vor kurzer Zeit wurde nun das Wegekreuz am Spielplatz hinter der Bushaltestelle von der Gemeinde neu restauriert. Über viele Jahre hatte die verstorbene Berta Diedrich dieses Kreuz gepflegt und vor etwa 30 Jahren in Eigenregie von den Handwerkern Heinrich Huch, sowie Paul und Helmut Ahlborn aufarbeiten lassen. Nach ihrem Tod hatte zunächst Maria Engelhardt (Mimi) die Betreuung übernommen, und nun ist die Pflege bereits seit mehr als 20 Jahren in der Hand von Ute Jendrysik. Das ganze Jahr über ist das Kreuz liebevoll geschmückt, immer auch mit einem brennenden Kerzenlicht davor. Die finanziellen Kosten trägt sie dabei selbst. Der Ort Rüdershausen möchte sich auf diesem Wege einmal ganz herzlich bei Ute Jendrysik für diesen ehrenvollen Einsatz bedanken.
 M. Adam

Mandolinen und Gitarren hell erklingen


Unter diesem Motto hatten die Mandolinen- und Gitarrengruppe Rüdershausen unter der Leitung von Otto Engelhardt und die Mandolinenvereinigung Salzgitter-Ringelheim unter der Leitung von Michaela Wedemeyer am 8. Oktober 2017 zu einem Konzert in die St. Andreas Kirche eingeladen. Hans-Georg Brehmer begrüßte ganz herzlich die Freunde der sanften Klänge und nicht nur der klassischen Musik in der St. Andreas Kirche, die sich durch eine hervorragende Akustik auszeichnet. Auf charmante Weise führte Julia Jendrysik anschließend durch das gut einstündige Programm. Zu den dargebotenen Werken gehörten folgende Weisen:  „Spaß an Vivaldi“, in einer Kurzfassung, bearbeitet von Otto Engelhardt  „Morgenstimmung“ von Edvard Grieg  „Romanze“ aus der Nachtmusik von Wolfgang Amadeus Mozart  “Conzertino Veneziano” von Ralph Paulsen-Bahnsen  „Fantasia Matilda“, bearbeitet von Roland Ganz  „Concerto“ von Turlough O’ Carolan, bearbeitet von Roland Ganz  „Recuerdos de la Alhambra“ von Francisco Tarrega  „Can’t Help Falling in Love“, in der ganzen Welt bekannt geworden durch Elvis Presley  „Die Dornenvögel“ von Henry Mancini  „David’s Song“ von Vladimir Cosma, Titelsong aus „Die Abenteuer des David Balfour“  „Walzer No. 2“, von Dmitri Schostakowitsch “Itala“, von Salvetti Simone, ein Triumphmarsch ”Mexicania”, Potpourri zusammengestellt von Joseph Daul Nach jedem Stück brandete frenetischer Applaus auf und nach dem großartigen Finale gab es Standing Ovation für die hervorragenden Künstler. Als Zugabe wurde noch „Amazing Grace“ vorgetragen. Ein wahrlicher Ohrenschmaus, der eine Wiederholung verdient.